Patrique Robert Noetzel
Rechtsanwalt

Zwischen Akten und Emotionen: Ein Blick hinter die Kulissen von Rechtsanwalt | Strafverteidiger Noetzel

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Patrique:
Heute gewähren wir einen Blick hinter die Kulissen der Kanzlei. Ich stelle euch Melissa vor – meine Rechtsanwaltsfachangestellte, Organisationstalent und feste Größe im Team. Sie hat vor Kurzem ihre Ausbildung abgeschlossen und ist inzwischen ein wichtiger Teil meiner täglichen Arbeit als Strafverteidiger und Fananwalt. Melissa, schön, dass du da bist!

Melissa:
Sehr gerne! Ich finde es spannend, auch mal über die Arbeit sprechen zu können, die im Alltag oft nicht so im Vordergrund steht – aber ohne die vieles nicht funktionieren würde.

Patrique:
Du hast deine Ausbildung in Norddeutschlands größter Kanzlei für Strafrecht gemacht. Wir waren damals schon ein tolles Team, als ich dort auch noch tätig war. Was hat dich damals überzeugt, in dem Beruf zu bleiben?

Melissa:
Ich wollte etwas machen, das vielseitig ist und bei dem man Verantwortung übernehmen kann. Kein typischer Bürojob, sondern eine Aufgabe mit Sinn. In der Ausbildung habe ich schnell gemerkt, wie abwechslungsreich der Beruf als Rechtsanwaltsfachangestellte ist.

Patrique:
Was lernt man denn konkret in der Ausbildung? Ich glaube, viele haben da gar kein richtiges Bild von.

Melissa:
Stimmt, das höre ich oft. Viele denken, man sitzt den ganzen Tag am Schreibtisch und sortiert Akten, aber das ist wirklich nur ein kleiner Teil. Die Ausbildung ist ziemlich umfassend. Man lernt zum Beispiel, wie man mit Gerichten, Staatsanwaltschaften, Behörden und natürlich gegenüber Mandant:innen kommuniziert. Dann das Gebührenrecht: Die Abrechnung nach dem RVG gehört genauso dazu wie die Grundlagen gerichtlicher Verfahren. Auch wenn man später viel im Strafrecht arbeitet, ist es wichtig, die Abläufe in der Zivil- und Vollstreckungspraxis verstanden zu haben.

Patrique:
Also ganz schön viel rechtliches Wissen, das man da mitnimmt.

Melissa:
Auf jeden Fall. Und dazu kommt das ganze Organisatorische: Terminmanagement, digitale Aktenführung, Postbearbeitung, Vorbereitung von Schriftsätzen, Umgang mit den Justizvollzugsanstalten. Man wird richtig fit darin, eine Kanzlei mit am Laufen zu halten. Was ich besonders gut fand: Man übernimmt von Anfang an Verantwortung und sieht direkt, wofür man gebraucht wird.

Patrique:
Das spürt man auch hier. Du hast dich schnell eingearbeitet und hast ein gutes Gespür dafür, was gebraucht wird und wie du priorisieren musst. Was von dem Gelernten hilft dir heute am meisten im Kanzleialltag?

Melissa:
Ich glaube, das Zusammenspiel aus rechtlichem Grundverständnis und Organisationstalent ist entscheidend. Gerade in einer Kanzlei wie unserer, in der es um Strafverteidigung, Polizeirecht und Fanrechte geht, ist jeder Tag anders. Man muss flexibel sein, mitdenken, oft auch schnell reagieren – und gleichzeitig den Überblick behalten.

Teamarbeit mit Struktur

Patrique:
Was gehört bei uns konkret zu deinem Arbeitsbereich?

Melissa:
Ich kümmere mich um die Aktenführung, telefoniere mit Mandant:innen, Gerichten und Behörden, manchmal auch mit Justizvollzugsanstalten. Ich bearbeite die Post, koordiniere Termine, bereite Besprechungen vor und rechne nach dem RVG ab. Außerdem bin ich oft die erste Ansprechperson, wenn jemand anruft – und das oft in sensiblen intimen Situationen. Wenn jemand zum Beispiel plötzlich mit einem Ermittlungsverfahren konfrontiert wird oder sich gegen ein Stadionverbot wehren möchte, ist oft erst einmal viel Unsicherheit da.

„Gerade bei emotionalen Themen wie Polizeieinsätzen oder Stadionverboten ist es wichtig, auf Augenhöhe zu kommunizieren – freundlich, aber auch klar.“

Patrique:
Und da ist es wichtig, mit Ruhe, Struktur und auch mit Einfühlungsvermögen zu reagieren. Gerade in der Arbeit als Fananwalt spielt der erste Kontakt eine große Rolle.

Melissa:
Absolut. Die Leute merken, ob sie ernst genommen werden. Gerade bei emotionalen Themen wie Polizeimaßnahmen bei Fußballspielen oder bei strafrechtlichen Vorwürfen ist es wichtig, auf Augenhöhe zu kommunizieren – freundlich, aber auch klar. Ich finde es spannend, dass ich als Rechtsanwaltsfachangestellte genau an dieser Stelle mitwirken kann.

Patrique:
Gerade bei sensiblen Themen ist deine Verlässlichkeit ein echter Mehrwert. Das spüren auch die Mandant:innen.

Melissa:
Danke! Für mich fühlt sich das nicht wie „nur Büroarbeit“ an, sondern wie ein Beitrag, der wirklich zählt.

Vom Lernfeld zur Schlüsselrolle – die Ausbildung zur ReFa

Patrique:
Was würdest du jemandem sagen, der überlegt, die Ausbildung zur Rechtsanwaltsfachangestellten zu machen?

Melissa:
Wenn man sich für Recht interessiert, gerne organisiert, den Umgang mit Menschen mag, dann ist das auf jeden Fall ein spannender Beruf. Die Ausbildung bietet eine solide Grundlage und viele Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln – persönlich sowie beruflich. Eine Weiterbildung zum geprüften Rechtsfachwirt ist beispielsweise möglich und erwirbt dadurch unter anderem die erforderlichen Skills für die Position einer Kanzleileitung. Man bekommt echte Einblicke in das Justizsystem und trägt aktiv dazu bei, dass es funktioniert.

Patrique:
Und man arbeitet im Team und nicht nur nebeneinanderher.

Melissa:
Ganz genau. Es geht nur gemeinsam. Das merke ich jeden Tag.

Patrique:
Danke dir für das tolle Gespräch und deinen Einsatz in der Kanzlei.

Melissa:
Danke dir. Es ist einfach ein gutes Gefühl, in einem Team zu arbeiten, in dem man sich aufeinander verlassen kann und jeden Tag Wertschätzung erfährt.

Strafverteidiger Patrique Noetzel

Weil 100 Prozent
nicht genug sind,
wenn es um die Freiheit geht.

Patrique Robert Noetzel
Rechtsanwalt

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